Das war der Juni 2010



28. Juni 2010
Der heutige Abend ist arbeitsreich. Die Festplatte meines Computers hat sich gestern verabschiedet. Ich fürchte, sie ist den Hitzetod gestorben. Also habe ich mir heute nach der Uni eine neue Platte besorgt und bin jetzt dabei, ein neues System zu installieren. Die meisten Komponenten laufen jetzt wieder, aber die ganzen Kleinigkeiten kosten einfach enorm viel Zeit. Meine alte Platte war eben einmal kurz ansprechbar und so konnte ich wenigstens meine Mails, mein Adressbuch und die meisten Browserbookmarks retten. Damit ist der Datenverlust nicht allzu schlimm, denn die meisten anderen Dateien habe ich noch auf anderen Festplatten gesichert gehabt. Nur für die Sicherung dieser Dinge war mir bisher noch keine gute Lösung eingefallen. Meine Digitalfotos hatte ich zum Glück immer direkt auf mehrere Festplatten verteilt gehabt und deshalb habe ich kein einziges Bild verloren, denke ich. Ich hoffe mal, dass sich die alte Platte bei Gelegenheit noch einmal kurz zurück meldet, damit ich noch einmal kontrollieren kann, ob ich alles wieder habe. Sobald ich aus Kanada zurück bin, werde ich hier ein Raidsystem aufsetzen.
So ein verdammter Mist, ich hasse den Sommer!

24. Juni 2010
Gestern fand die diesjährige BigBang Party statt. Zunächst wurde das Spiel Deutschland - Ghana übertragen, danach ging die Party richtig los. Allerdings fand ich diese Party nicht so gut wie in den letzten Jahren. Die Musik gefiel mir diesmal nicht und es war mir ein wenig zu voll. Ich glaube, ich werde alt.
Gerade eben ist die italienische Nationalmannschaft bei der WM ausgeschieden. Damit sind die beiden Mannschaften, die bei der letzten WM im Finale standen, in diesem Jahr schon in der Vorrunde rausgeflogen.

23. Juni 2010
Meine Schicht dauerte bis fünf vor halbeins. Es gab ein paar Verzögerungen und dementsprechend konnte ich einfach noch nicht eher Feierabend machen. Damit habe ich jetzt aber meinen Teil der Strahlzeit für diese Woche erledigt, denke ich. Nun kann ich mich weiter um meine Arbeit kümmern. Ich muss auch noch einige Ergebnisse meiner Arbeit auf einem Poster zusammenfassen, das ich dann auf der Konferenz in Vancouver präsentieren kann. Das ist etwas schwieriger, als man meinen könnte, denn es ist gar nicht so einfach, die Ergebnisse, die man in mehreren Monaten oder gar Jahren erzielt hat, auf einem Quadratmeter gut sichtbar zusammenzufassen. Allzuviel Text sollte man nicht haben und da die Bilder gut lesbar sein sollten, kann man auch nicht beliebig viele Bilder machen. Trotzdem muss man es irgendwie schaffen, dass die Motivation zu den Experimenten, die Experimente selbst und dann die Ergebnisse verständlich dargestellt werden. Zum Glück ist das nicht mein erstes Poster und ich habe auch schon mehrere gute und schlechte Poster gesehen, sodass ich schon Ideen habe, wie ich das hinbekommen kann. Trotzdem würde ich lieber einen Vortrag halten, das fällt mir doch leichter.

22. Juni 2010
Frank hat mal wieder Strahlzeit, ich habe mal wieder eine Spätschicht. Den Tag über habe ich mich halbwegs um meine eigentliche Arbeit gekümmert und bin auch ganz gut voran gekommen, wenn auch nicht so weit, wie ich eigentlich gewollt hatte.
Wenn man hier am DELTA ist, bekommt man wenigstens die Fußballspiele der WM mit. Die Kollegen an der Beamline 8 hatten per DVB-T das Spiel Frankreich gegen Südafrika auf einem Laptop laufen und immer, wenn ich dort vorbei musste, bin ich kurz stehen geblieben, um einen Blick auf den Monitor zu werfen. Peinlich für die französischen Fußballer: Nach der Niederlage heute können sie nach Hause fliegen, direkt nach der Vorrunde. Ich hoffe nur, dass es unseren Jungs morgen nicht ähnlich ergeht.

20. Juni 2010
Das Wochenende ist praktisch schon wieder um und ich habe es kaum bemerkt. Am Freitag und Samstag fand das Campusfest statt. Das hieß für mich, dass ich am Samstag einige Stunden am Campus verbracht habe, um besuchern zu erläutern, was bei DELTA so gemacht wird. Prof. Grünzweig, einer der Prorektoren und Professor in der Amerikanistik, kam mit ein paar amerikanischen Gästen vorbei, um sich von mir in drei Minuten erklären zu lassen, was DELTA ist und wir dort machen. Ich gehe davon aus, dass es mir halbwegs gelungen ist. Die Rektorin selbst war da schon pflegeleichter. Sie hatte sich mit Prof. Tolan direkt einen kompetenten Ansprechpartner mitgebracht. Außerdem hatte sie sich auch mehr Zeit genommen, und das macht die Erklärungen eigentlich auch einfacher.
Heute war ich dann mal wieder in Suderwich, um meinen Zeugdienst zu erledigen und mal wieder ein gutes Mittagessen zu genießen. Direkt nach dem Essen ging es dann zu Jens und Melanie nach Körne, wo ich mich mal wieder ziemlich eindrecken musste. Die beiden bauen den Dachstuhl aus und im Moment muss erst einmal der alte Dreck dort heraus geholt werden. Da kam ich ins Spiel - mal wieder. Meine Mutter hat in der Zeit eine Runde mit Alexander in seinem Kinderwagen gedreht. Ich hätte gerne getauscht, aber das stand irgendwie nicht zur Debatte. Jetzt sitze ich frisch geduscht wieder in Eichlinghofen und hoffe auf ein interessantes Fußballspiel. Die letzten Spiele, die ich gesehen hatte, haben mich nicht wirklich begeistert.

16. Juni 2010
Zur Zeit laufen die StuPa-Wahlen an der TU und man bekommt kaum etwas davon mit. In der Mensa liegen ein paar Flyer aus und das ist eigentlich schon alles. Zwischen der Werbung für diverse Sommerfeste geht die Wahlwerbung fast unter. Ein Zusammenschluss aus mehreren Listen (die (anw.) ist daran auch beteiligt) macht ein wenig Stimmung gegen die Christlichen Demokraten und keine andere Liste antwortet. So wird das nix mit der Schlammschlacht! Bei unseren Flyer geht es darum, dass einige Spitzenkandidaten dieser Liste, die gegen Boykotte, Hörsaalbesetzungen etc. sein will, bis vor kurzem noch für diverse linke Listen und wohl auch im Protestcamp aktiv waren. Entweder haben sie innerhalb eines halben Jahres ihre komplette Überzeugung umgedreht, oder sie lügen dreist mit ihrem Wahlprogramm. So oder so halte ich sie für absolut nicht wählbar und auch einige andere sind dieser Meinung. Das führte dann zu dem Flyer.
Gestern habe ich dann erfahren, dass eine Kandidatin der Christlichen Demokraten sich sehr über unseren Flyer erschreckt haben soll. Sie war davon ausgegangen, dass die Liste CDU-nah sei, und hat sich einfach mal aufstellen lassen. Jetzt erst habe sie gemerkt, was sie da unterschrieben hat. Leider kann sie ihre Kandidatur jetzt nicht mehr zurück nehmen. Dumm gelaufen, würde ich sagen.

14. Juni 2010
Die Fußball-WM in Südafrika läuft jetzt und im Radio und Fernsehen sieht und hört man praktisch nichts anderes mehr. Dabei bin ich mir im Moment noch nicht einmal sicher, was schlimmer ist: das Sehen oder Hören. Das, was ich bisher von den Spielen gesehen habe, hat mich noch nicht so wirklich überzeugt. Eigentlich fand ich alle Spiele bis auf das Spiel Deutschland gegen Australien eher langweilig. Nur in diesem Spiel gestern Abend war richtig Leben. Das Ergebnis (4:0) klingt zwar eher nach einem einseitigen Spiel, aber ich finde, dass die Australier ziemlich munter mitgespielt haben und gerade am Anfang richtig gute Möglichkeiten hatten. Beim 2:0 merkte man dann allerdings auch, dass Australier eigentlich sowas ähnliches wie Engländer sind: Ihre Torhüter kann man nicht wirklich als "Weltklasse" bezeichnen. Wenn man von den Spielen etwas hört, sind es entweder sinnfreie Interviews oder das kontinuierliche Gesumme der Vokuhilatröten (Oder heißen sie Vuvuzela?). Bei den Radioübertragungen am Sonntag musste ich schon genau hinhören, damit ich unterscheiden konnte, ob gerade von einem Fußballspiel in Südafrika oder vom Autorennen in Kanada berichtet wurde. Die Hintergrundgeräusche waren doch ziemlich ähnlich und die Sportreporter klingen sowie immer irgendwie gleich (meistens begeistert schreiend).

11. Juni 2010
Per E-Mail habe ich eine Information der Straßenverkehrsämter erhalten, die ich für so wichtig halte, dass ich sie hier wiedergebe.
In Deutschland hat sich die Qualität der Pkw- und Lkw-Fahrer deutlich verschlechtert. Aus diesem Grund hat das Straßenverkehrsamt ein neues System eingeführt um die schlechten Fahrer zu identifizieren.
Mit sofortiger Wirkung werden allen Fahrern, die sich im Straßenverkehr schlecht benehmen, Fahnen ausgehändigt.
Sie sind rot, mit einem schwarzen Streifen oben und einem gelben Streifen unten. Dadurch sind sie für andere Verkehrsteilnehmer als unfähige Autofahrer zu identifizieren.
Diese Fahnen werden an der Autotür befestigt und müssen für alle anderen Verkehrsteilnehmer gut sichtbar sein.
Die Fahrer, die eine besonders schwache Leistung gezeigt haben, müssen je eine Fahne auf beiden Seiten ihres Autos befestigen, um auf ihre fehlende Fahrkunst und ihren Mangel an Intelligenz aufmerksam zu machen.
Schönes Wochenende.

10. Juni 2010
Vor meinem Bürofenster rangieren ein paar kleine Bagger und bewegen Erde, Kieselsteine und anderen Dreck rund um den Neubau herum. Der Lärm, der dabei entsteht, ist wirklich unangenehm. Ich wußte auch noch gar nicht, dass diese komischen Fahrzeuge pfeifen und piepen, wenn sie rückwärts fahren. Und beim Dreckschaufeln fahren sie verdammt oft rückwärts! An konzentrierte Arbeit war heute nicht lange zu denken und so habe ich halbwegs früh Feierabend gemacht. Ich habe einige Berechnungen angestellt und jetzt muss ich erst einmal darüber nachdenken, was mir diese Ergebnisse sagen wollen. Das kann ich auch hier zu Hause machen, unter den gegebenen Bedingungen sogar viel besser. Bei diesem dämlichen Wetter kann ich auch mein Bürofenster nicht schließen gegen den Lärm, weil mir sonst sicherlich schon nach wenigen Minuten der Schweiß ausginge. Nächste Woche sollen die Arbeiten vor meinem Fenster fertig werden und der Wetterbericht verspricht auch eine Abkühlung. Warten wir es einmal ab.

8. Juni 2010
Das ist heute mal wieder ein sehr motivierendes Wetter. Draußen vor meinem Bürofenster sind ein paar Arbeiter vor dem Büroanbau mit Pflasterarbeiten beschäftigt. Immer wenn ein besonders heftiger Regenschauer loslegt, sehe ich sie weglaufen und Deckung suchen. Für kleinere Schauer unterbrechen sie ihre Arbeit nicht und sind jetzt auch entsprechend nass. Wenn ich das sehe, weiß ich wieder, warum ich mich durch mein Studium gequält habe, und gehe extramotiviert wieder an meine Datenanalyse.

7. Juni 2010
Nach einem langen und erholsamen Wochenende ging mir die Arbeit heute gut von der Hand. Ich hatte einen Praktikumsversuch zu betreuen und bin außerdem mit meiner Datenauswertung gut voran gekommen. Jetzt sitze ich wieder zu Hause und habe meine externe Festplatte aus dem Schrank gekramt. Seit ein paar Monaten hatte ich keine Datensicherung mehr durchgeführt. Seit der letzten Datensicherung Ende 2009 habe ich knapp 12 Gigabyte an digitalen Fotos und Filmen mit meiner Canon 500D gemacht. Die Datensicherung dauert dementsprechend etwas länger. Macht aber nichts, ich habe Zeit. Morgen geht dann auf der Arbeit die Datenauswertung weiter und ich muss auch noch ein Praktikumsprotokoll lesen, das ich heute im Postfach hatte.

3. Juni 2010
Endlich ein langes Wochenende, an dem nicht allzu viel zu tun ist für mich. Jeden Tag habe ich einen Termin, aber trotzdem sollte noch genügend Zeit zur Erholung bleiben. Das habe ich auch echt nötig und ich werde das Wochenende wirklich genießen. Vielleicht habe ich danach dann auch keine schwarzen Ringe mehr unter den Augen.
In der nächsten Woche will ich mich dann mal wieder verstärkt um meine eigentliche Arbeit kümmern. Die Daten der letzten BESSY-Strahlzeit habe ich soweit vorbereitet und die ersten Schritte der Auswertung sind erledigt. Jetzt beginnt der komplizierte Teil. Dazu brauche ich meine Ruhe und ich denke, dass ich diese Ruhe in der nächsten Woche finden werde.